Biogasentschwefelung

Schwefelwasserstoff (H2S) als Inhaltsstoff von Bio-, Klär- oder Deponiegasen muss sowohl wegen seiner umweltschädigenden als auch wegen seiner korrosiven Eigenschaften aus den Gasströmen entfernt werden. TS Umweltanlagenbau setzt dafür auf die biologische Entschwefelung: Bakterien oxidieren die Schadstoffe und machen sie so unschädlich.

Das biologische Verfahren von TS ist zur Lösung dieser Problematik besonders geeignet, weil dieses Verfahren:

  • effektiv ist
  • selektiv in Bezug auf H2S ist
  • geringe Betriebskosten aufweist
  • vollkommen automatisiert ist
  • Anlagen auf den Bedarfsfall projektiert werden
  • einfachen Bedien- und Wartungsaufwand aufweist
  • eine Umwandlung des H2S in umweltgerechte Oxidationsprodukte (Dünger) erfolgt

Die Qualitätsanforderungen der VDI Richtlinie 3478 werden erfüllt.

Materialien/Werkstoffe

  • Polypropylen (PP) für Behälter, Gasleitungen und Technikcontainer
  • Polyvinylchlorid (PVC) für die Kreislaufflüssigkeit
  • Verzinkter Stahl / Edelstahl für wasserführende Rohrleitungen, Rohrleitungshalter und Kabeltrassen

Einsatzgebiete

Der Einsatz erfolgt unter anderem für:

  • Kommunale bzw. industrielle Kläranlagen
  • Chemische Industrie
  • Papierindustrie
  • Deponien
  • Lebensmittelindustrie
  • Landwirtschaft
  • Biogasanlagen

Biorieselbettreaktoren

Für die biologische Biogasentschwefelung setzt TS Biorieselbettreaktoren (englisch: Biotrickling-Filter) ein. In ihnen sind die Absorptionsstufe und die biologische Stufe in einem Aggregat untergebracht. Durch gezielte Stoffführung und optimierte Wärme- und Nährstoffversorgung (Dünger) erreichen sie eine hohe spezifische Reinigungsleistung.

Der Reaktor ist mit Füllkörpern aus Kunststoff gefüllt. Ihre offene Struktur bietet eine große Oberfläche auf kleinem Raum und lässt das Gas gleichmäßig und mit geringem Druckverlust durch die Schüttung strömen.

Von oben wird die Kreislaufflüssigkeit über die Füllkörper verrieselt. Auf ihrer Oberfläche bildet sich ein Biofilm – eine dünne, lebende Schicht aus schwefeloxidierenden Bakterien. Der Schwefelwasserstoff geht aus dem Gas in den Flüssigkeitsfilm über und wird dort von den Bakterien oxidiert – je nach Sauerstoffangebot zu elementarem Schwefel oder zu Sulfat.

Die Kreislaufflüssigkeit hält den Biofilm feucht, versorgt die Bakterien mit Nährstoffen und führt die Oxidationsprodukte ab. Ein Teil von ihr wird laufend ausgeschleust und durch frisches Wasser ersetzt; die ausgeschleuste, sulfathaltige Flüssigkeit lässt sich als Dünger verwerten.

Verfahrensschritte

Verfahrensschema: Rohgas aus Biogasanlage, Deponie oder Kläranlage durchläuft die Entschwefelungsanlage mit Sauerstoffversorgung und den Aktivkohlefilter. Das Reingas dient als Prozesswärme, im Blockheizkraftwerk, als Bio-Erdgas oder in der Brennstoffzelle.
Vom Rohgas zur Nutzung. ESA: Entschwefelungs­anlage (Bio­riesel­bett­reaktor), AKF: Aktivkohlefilter, O2: Sauerstoff­versorgung

Abhängig von den Anforderungen an die Verwendung des Reingases werden die Bakterien entweder mit Umgebungsluft oder mit konzentriertem Sauerstoff versorgt – etwa aus einer O2-Erzeugungsanlage.

Der Biorieselbettreaktor übernimmt die Grobreinigung und entfernt den Großteil des Schwefelwasserstoffs. Werden höhere Anforderungen an das Reingas gestellt, können zur Feinreinigung eine Trocknung und ein Aktivkohlefilter nachgeschaltet werden.

Enthält das Rohgas Ammoniak (NH3), muss der biologischen Reinigung gegebenenfalls eine saure Wäsche vorgeschaltet werden.

Fotostrecke

Entschwefelungsanlage
Biologische Entschwefelung mit nachgeschaltetem chemischen Wäscher für industrielle Kläranlage (320 m3/h bei maximal 16.000 ppm H2S)
Kombinierte Entschwefelungsanlage
Biologische Entschwefelung für Biogas kombiniert mit Kühlung, Verdichtung, Nacherhitzung und Feinreinigung mittels Aktivkohlefilter
Entschwefelungsanlage
Biologisch arbeitende Entschwefelungs­anlage für 1100 m3/h Biogas bei 9.000 ppm mit nachgeschaltetem chemischen Wäscher zur Feinreinigung.
Entschwefelungsanlage
Biologische Entschwefelung mit technisch reinem Sauerstoff (Sauerstoff wird direkt aus der Umgebungsluft an der Entschwefelung erzeugt)
Entschwefelungsanlage für die Papierindustrie
Entschwefelungs­anlage für die Papierindustrie
Entschwefelungsanlage für die Papierindustrie
Montage und Aufbau einer kombinierten biologisch bzw. chemisch arbeitenden Entschwefelungs­anlage für die Papierindustrie. Gesamt-H2S-Last maximal 75 kg H2S/h
Entschwefelungsanlage Frankreich
Entschwefelungs­anlage Frankreich
Entschwefelungsanlage für die Papierindustrie
Montage und Aufbau einer kombinierten biologisch bzw. chemisch arbeitenden Entschwefelungs­anlage für die Papierindustrie. Gesamt-H2S-Last maximal 75 kg H2S/h
Entschwefelung für die Papierindustrie von oben
Entschwefelung für die Papierindustrie von oben
Entschwefelungsanlage in Norwegen
Biologische Entschwefelungs­anlage in Norwegen. H2S-Reduzierung bis zu 30 kgH2S/h.
Entschwefelung in einer Papierfabrik in Serbien
Entschwefelung in einer Papierfabrik in Serbien.
Biologische Gasentschwefelungsanlage im Einsatz.
Biologische Gas­entschwefelungs­anlage im Einsatz.
Biogasentschwefler in Ungarn
Biogas­entschwefler in Ungarn für 1300 m3/h.
Entschwefelungsanlage für eine Fleischfabrik
Entschwefelungs­anlage für eine Fleischfabrik
Biologische Entschwefelungsanlage – Typ: TS für Biogas ohne direkte Lufteinblasung
Biologische Entschwefelungs­anlage – Typ: TS für Biogas ohne direkte Lufteinblasung bei einer Biogasanlage mit Erdgasnetz­einspeisung
Doppelstrassige Entschwefelungsanlage
Probebetrieb im Hause TS vor der Auslieferung einer “doppel­strassigen Entschwefelungs­anlage” zur Reinigung von Klärgas einer Papierfabrik
Kombinierte biologische Entschwefelung
Kombinierte biologische Entschwefelung mit Kühlung und Nacherhitzung des biologisch vorgereinigten Gases und nachgeschalteter Feinreinigung mit einem isolierten Aktivkohlefilter bis zu Reingas­konzentrationen unter 5 ppm.
Biologische Entschwefelung für die Papierindustrie
Biologische Entschwefelung für die Papierindustrie für bis zu 1700 m3/h und 20.000 ppm H2S mit Kühlung und Verdichtung des Gases sowie Aktivkohlfiltern zur Feinreinigung
Entschwefelung (Innenansicht)
Biologische Gas­entschwefelung mit nachgeschaltetem chemischen Wäscher für eine Papierfabrik (Technikzentrale).
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